Theater Oberhausen erfolgreich gestartet

von BOB im Rat

Nun ist sie bald vorbei, die erste Spielzeit des Theaters Oberhausen unter der Ägide des neuen Intendanten Florian Fiedler. Und, schon vorweggesagt und nicht vorschnell beurteilt, es war ein erfolgreicher Start in eine neue Ära.

„Florian Fiedler und sein Team spannten in der ersten Spielzeit 2017/2018 ein breites Band von Veranstaltungen, so dass sich die Theaterfreunde oftmals zwischen mehreren Veranstaltungen an einem Tag entscheiden mussten. Da gibt es die klassischen, mal provokanten und politisch engagierten Aufführungen im großen Saal des Hauses, da wird intensiv Saal 2, der ehemalige Malersaal bespielt und es gibt eine Vielzahl von weiteren Veranstaltungen, u.a. im inzwischen geschlossenen ehemaligen Kaufhof Gebäude an der Marktstraße.“ so der kulturpolitische Sprecher von BOB im Rat Ingo Mersmann.

"Schuld und Sühne" heißt das Spiel nach dem Roman von Fjodor Dostojewski, das dort von vier Leinwänden flimmert. In der Mitte, der quadratisch aufgestellten Projektionswände steht Christian Bayer, allein, grandios und ausdrucksstark in seiner schauspielerischen Mimik. Sicherlich ein Highlight der Theatersaison, in Szene gesetzt vom Regisseur Bert Zander.

Die auf den Leinwänden erscheinenden Mitspieler und Ensemblekollegen liefern eine ebenso außergewöhnliche Leistung.  Eine dreieinhalbstündige Unterhaltung, die aufregt, erregt und anregt, Theater noch intensiver zu erleben.

„Dann erstmals in dieser Spielzeit "D-ramadan", ein tägliches informatives, lautes und leises Fest zur Fastenzeit, jeweils abgeschlossen nach Beginn der Dunkelheit mit einem Buffet der RefugeeKitchen. Eine tolle Idee und ein toller Erfolg. Die Veranstaltungen waren fast alle ausverkauft.“ resümiert Ingo Mersmann

Ja, die Zahlen: Im Oberhausener Kulturausschuss gab es schon Diskussionen über die Anzahl der Besucher, über die Umsätze und Kosten. Aber: Trotz weniger Abonnenten in dieser Spielzeit, trotz einer zunächst geringeren Auslastung der Bestuhlung im großen Haus und in Saal 2, die Besucherzahlen steigen stetig und werden voraussichtlich an die Zahlen der Vorsaison anschließen.

Neues braucht seine Zeit der Etablierung. Wir vom Bündnis Oberhausener Bürger (BOB im Rat) sind der Überzeugung, dass Theater immer seinen freien Raum behalten und verteidigen muss. Es kann keine Einschränkungen und keine politische Einflussnahme geben. Thomas Bernhard, der große österreichische Dramatiker schrieb dazu einmal, "Das Theater ist eine ungeheure Kunst". Das trifft den Kern, denn Theater soll bewegen, zweifeln lassen, niederdrücken und aufbauen. Fiedler und sein Team, das einen sehr gefestigten, schon fast verschworenen Eindruck macht, schafft diesen Spagat zwischen Zahlenwerk und Freiraum. Dabei bringt er die neuen Impulse, die unsere Stadt so dringend braucht.

Die Vorfreude auf das Theaterprogramm der Saison 2018/2019 steigt. Es wurde dem Kulturausschuss am 12. Juni 2018 vorgestellt und mit viel Sympathie aufgenommen. Unter dem Oberbegriff "Arbeit" zeigt die kommende Spielzeit allein 17 Premieren und Uraufführungen. Klassiker wie Goethes "Die Leiden der Jungen (Werther)", Garcia Lorcas "Bernarda Albas Haus" und, nicht zuletzt, Johanna Spyris weltberühmte Geschichte "Heidi" wird mit einem kolossalen Bühnenbild in Szene gesetzt.

Florian Fiedler und seinem Team sei ein lautes und positives "Glück auf" zugerufen.

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